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25.04.2016

Als Azubi gekommen - als Fachkraft geblieben

Positive Bilanz im „Ausbildungsverbund Industriemechaniker"

Vierzehn  Bewerber, darunter eine Frau, haben seit August 2012 ihre Ausbildung im Ausbildungsverbund Industriemechaniker absolviert. Wir wollen sehen, was aus ihnen geworden ist. Kevin Bohms ist einer von ihnen, der im Januar 2016 seine Prüfung erfolgreich abgeschlossen hat und ...

... übernommen wurde. Am 14. April treffen wir den Gesellen mit seinem Ausbilder Tobias Hoffmann bei WWS Metallformen GmbH in Hatzenbühl.

Berufswunsch: „Was Technisches" 

Der VFBB e. V. übernimmt Bewerberauswahl und -betreuung, die GABIS GmbH schließt die Ausbildungsverträge ab. In der Lehrwerkstatt der PFW wird die einjährige Grundausbildung Metall durchgeführt und die Berufsbildende Schule Speyer unterrichtet die Bewerber/innen in einer eigenen Industriemechaniker-Klasse – so weit das VFBB-Konzept von 2012. Mit dem Ausbildungsverbund Industriemechaniker hatten die Speyerer Kooperationspartner Ausbildungsplätze für sogenannte „Spätbewerber" (20-30 Jahre) geschaffen. Über die Jobbörse der Agentur für Arbeit aufmerksam geworden, nutzt Kevin Bohms die Chance und bewirbt sich. Er will „was Technisches" lernen - mit diesem Wunsch kommt er zum Projekt. Zusammen mit Maschinen- und Anlagenführern sowie Fluggerätemechanikern macht er die Grundausbildung bei der PFW Aerospace GmbH. Die renommierte Lehrwerkstatt vermittelt grundlegende Kenntnisse, Fertigkeiten und Techniken.

Motiviert und zuverlässig ins 2. Ausbildungsjahr         

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr sind die Azubis im Kooperationsbetrieb – so sieht es das Konzept weiterhin vor. Der Kontakt zu WWS Metallformen kommt gegen Ende dieses ersten Ausbildungsjahres über VFBB-Betreuer Jörg Martin. Er stellt Kevin Bohms im Hatzenbühler Betrieb vor und vereinbart ein zweiwöchiges Probe-Praktikum. „Kevin ist eher der zurückhaltende Typ aber fachlich immer interessiert und zuverlässig, das hat man sofort gemerkt“, berichtet sein Ausbilder, der sich noch gut an die Anfangszeit erinnert. „Er hat schnell Spaß an der Arbeit entwickelt. Schon nach zwei Tagen war klar, dass er in den Betrieb passt. Das zweiwöchige Praktikum hätten wir bei ihm gar nicht gebraucht."

In Betrieb integriert – Prüfung bestanden   

Am 1. August 2013 setzt Bohms dort im 2. Ausbildungsjahr seine Ausbildung als „Werkzeugmechaniker Stanz- und Umformtechnik" fort und wechselt von der Berufsschule Speyer nach Wörth. „Im Team hat er sich gut integriert", so Hoffmann weiter. Für die praktische Prüfung im Januar 2016 hat Bohms Verbesserungsvorschläge für ein vorhandenes Werkstück eingebracht. Mit Genehmigung der IHK konnte dieses als betrieblicher Auftrag gefertigt werden. Bei unserem Besuch sehen wir das Ergebnis – Bohms holt es mit dem Stapler vom Hochregal, um es zu erklären.

Nur zufriedene Mitarbeiter bleiben              

Bei WWS durchlaufen die Azubis im 3-Monats-Wechsel die Abteilungen Werkzeugbau, Pressenfertigung, Messtechnik, Lasertechnik und die Schweißerei. Nach abgeschlossener Prüfung können sie nach Prioritäten bewerten, in welchem Bereich sie künftig gerne arbeiten würden. „Nur wer zufrieden ist, wird auch als Fachkraft bleiben. Deshalb nehmen wir diese Wünsche ernst und setzen die Mitarbeiter nach Möglichkeit da ein, wo sie gerne arbeiten wollen", erklärt Hoffmann. Seit Januar 2016 arbeitet Bohms nun als Geselle – er hat sich für die Abteilung Werkzeugbau entschieden. Hoffmann ist froh, dass er ihn als neuen Mitarbeiter gewinnen konnte. „Es war in der Vergangenheit nicht immer einfach, Fachkräfte zu finden. Aber seit wir unser Konzept verbessert haben - auch bezüglich der Lohngruppen - haben wir keine Nachwuchsprobleme mehr." Beim anschließenden Werksrundgang können wir uns von der relativ jungen Altersstruktur der Beschäftigten überzeugen.

Verantwortung und berufliche Perspektiven in Hatzenbühl    

An hochwertigen Maschinen, die 300.000 Euro und mehr kosten, trägt ein Mitarbeiter schnell viel Verantwortung. Jeder bekommt eine genaue Einarbeitung und weiß, wie teuer es werden kann, wenn ein Fehler passiert. Besondere Sorgfalt ist wichtig.

Nach seinen weiteren Zielen gefragt, sagt Bohms: „Erst mal arbeiten und Geld verdienen." Wobei Weiterbildung im Werk grundsätzlich begrüßt wird und Entwicklungsperspektiven gibt es: Jedem Gesellen steht die berufsbegleitende 2-jährige Meister- oder 4-jährige Technikerausbildung offen. Entscheidet sich jemand für die Vollzeitausbildung, kann er anschließend auch wieder ins Unternehmen kommen.

Förderung mit nachhaltigem Effekt

Die Konkurrenzsituation und den Preiskampf in der Metallbranche kennt auch Thomas Cantzler, GABIS-Geschäftsführer, genau so gut wie das Lohngefüge. Als einziges Zeitarbeitsunternehmen zahlt GABIS nach Equal-Pay-Prinzip. Obwohl er Kevin Bohms' Ausbildungsvertrag im ersten Jahr unterschrieben hat, kennt Cantzler ihn bisher nicht persönlich. Sie begegnen sich bei unserem Treffen in Hatzenbühl zum ersten Mal - Ein gutes Zeichen dafür, dass bei dem Azubi alles reibungslos lief. Cantzler behält seine Förderprojekte im Auge und prüft sie immer wieder auf ihren Erfolg. Im Ausbildungsverbund Industriemechaniker hatte die GABIS GmbH die Kosten für das erste Ausbildungsjahr übernommen. Dass mit Kevin Bohms nun 14 Menschen im Beruf stehen, zwei davon sogar ins Studium gegangen sind, zeigt dass sich die Investition nachhaltig gelohnt hat.