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"Menschen definieren sich über ihre Arbeit. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens“

31.08.2017

Mit dieser Aussage beschrieb Thomas Cantzler, Geschäftsführer der GABIS GmbH, seine täglichen Erfahrungen aus der Speyerer Zeitarbeitsfirma, die Menschen mit und ohne Behinderung in Arbeit vermittelt. Unternehmen zu überzeugen, behinderte Menschen einzustellen werde aber zunehmend schwerer. „Es ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig“, weiß er aus der Praxis. Es mache Sinn, Menschen mit Behinderung vor der Vermittlung zu coachen, um sie für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Über zielführende Projekte bekämen behinderte Menschen ihre Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt. Aber viele Unternehmen zahlten lieber die Ausgleichsabgabe als Mitarbeiter mit Behinderung zu beschäftigen.

Dieser Beitrag war Teil der öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema Teilhabe und integrative Arbeits- und Wohnformen, zu der die Interessensgemeinschaft Behinderter und ihrer Freunde (IBF) am 28. August in die Speyerer Stadthalle eingeladen hatte.

Verantwortliche und Besucher diskutierten mit dem Landesbehindertenbeauftragten zum Thema Teilhabe

Auf dem Podium referierte zunächst der Behindertenbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Matthias Rösch, über das Bundesteilhabegesetz. Mit in der Runde saßen neben GABIS-Geschäftsführer Thomas Cantzler Städteplaner Bernd Reif  zum Thema Barrierefreiheit, IBF-Vorsitzende Liselotte Spoden zum Thema Mobilität und Christian Weiß, Leiter des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Speyer, zum Schwerpunkt integrative Wohnformen. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Monika Kabs, die sich bei der Begrüßung wünschte, Teilhabe und Barrierefreiheit mehr in die Köpfe der Menschen zu bekommen. Oberbürgermeister Hansjörg Eger und der CDU-Landtagsabgeordneten Reinhard Oelbermann waren ebenso unter den Gästen. Etwa 70 weitere Besucher, darunter zahlreiche Behindertenbeauftragte der Region, informierten sich und beteiligten sich aktiv an der Diskussion.

Über das gerade im Bundestag verabschiedete und bis zuletzt umstrittene Bundesteilhabegesetz berichtete der rheinlandpfälzische Behindertenbeauftragte, Matthias Rösch: "Die Grundidee von Teilhabe weckte Hoffnungen auf deutliche Verbesserungen, aber in den Referentenentwürfen zeigten sich dann ganz schöne Fallstricke.“ Das Gesetz zeige Verbesserungen beispielsweise bei den Mitbestimmungsmöglichkeiten für Behinderte in Betrieben auf, Themen wie die Zugangsvoraussetzungen für die Eingliederungshilfe seien jedoch nach wie vor ein Thema. Dass über die Ausgleichszahlung beispielsweise Integrationsbetriebe gefördert werden, bestätigte der Landesbeauftragte. Er ermutigte dazu, auch in Speyer solch einen Betrieb einzurichten. In Rheinland-Pfalz arbeiteten derzeit 900 Menschen in 70 Integrationsbetrieben.

Stadtplaner Bernd Reif berichtete von einem städtischen Konzept über bezahlbaren Wohnraum, das gerade in Arbeit sei. Barrierefreies Bauen sei ein Dauerthema in der Wohnraumplanung, das besser bei Neubauten als im Altbestand zu realisieren sei.
Christian Weiß, Leiter des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Vorderpfalz, betonte das Bedürfnis nach integrativen Wohnformen für psychisch kranke Menschen. Im gewohnten Wohnumfeld bleiben zu können, habe viel mit Teilhabe zu tun. Dazu fehlten aber oft die finanziellen Mittel. „Viele unserer Bewohner sind auf Transferleistungen angewiesen“, erklärte er.